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Jahreshauptversammlung am 22. Mai 2009

 

KEMPENICH. In loser Runde waren die Heimatfreunde Kempenich schon Anfang der 80er Jahre aktiv, als „richtiger“ eingetragener Verein besteht die Gruppierung seit nunmehr 20 Jahren. Sieben von zwölf Gründungsmitgliedern sind inzwischen verstorben, dennoch blieb die Mitgliederzahl (rund 30) stets konstant. Kontinuität bewiesen die Heimatfreunde auch bei ihren Aktivitäten. An jedem ersten Donnerstag im Monat trifft man sich in „Deustersch“ kleinem Sälchen.  

Seit 2001 beschäftigt man sich mit der Aufarbeitung der Geschichte vom Ende des ersten Weltkrieges bis zur Gründung der Bundesrepublik im ehemaligen Amt Kempenich. Es wurde in Archiven recherchiert, Gemeinde- und Schulchroniken gewälzt und ausgewertet. Zeitaufwendig, aber sehr ergiebig waren die vielen Gespräche mit Zeitzeugen. Eigentlich sollten die Ergebnisse schon längst publiziert sein, der Termin der Veröffentlichung wurde nunmehr auf Ende 2010 festgelegt.  

„Der Arbeitsaufwand ist doch wesentlich größer als erwartet“, so Vorsitzender Oliver Schüller bei der Jahreshauptversammlung des Vereins, die von fast der Hälfte der Mitglieder besucht war. „Immer wieder tauchten neue Spuren auf, denen nachgegangen wurde. Das alles kostet viel Zeit“, ergänzte Kassenwart Uwe Kruse. Allmählich müssen sich die Autoren beeilen, denn die ersten Bestellungen liegen bereits vor. Die finanzielle Basis für das Großprojekt ist vorhanden - dank hoher Rücklagen aus früheren Ausstellungen und Buchverkäufen.  

Kruse wurde von den Kassenprüfern Robert Bell und Bruno Jaeger eine tadellose Arbeit bescheinigt. Die bisherigen Amtsinhaber wurden in ihren Funktionen bestätigt: Oliver Schüller als Vorsitzender, Ernst Lohmeier als stellvertretender Vorsitzender, Uwe Kruse als Kassenwart und Eugen Bell als Beisitzer. Für den kürzlich verstorbenen Beisitzer Erich Gross wurde mit Anneliese Solluch erstmals eine Frau ins Führungsgremium gewählt. Die Kasse wird weiter von Bell und Jaeger geprüft. 

Als weitere vordringliche Aufgabe bezeichnete Schüller die Restaurierung des Epitaphs (Grabinschrift) in der Kriegergedächtniskapelle der Kempenicher Pfarrkirche. Mit den Arbeiten wurde bereits seit Längerem begonnen. Probleme bereitet die farbliche Gestaltung. Da die vorhandenen Farben nicht aus der Ursprungszeit zu stammen scheinen, favorisiert das kirchliche Denkmalamt eine steinsichtige Fassung, eventuell ein Überstreichen im Tuffsteinton. „Vielleicht führt ein Gespräch Ende Juni zu einem tragbaren Kompromiss“, hofft Schüller. Die Finanzierung der Gesamtkosten von knapp 12.000 Euro ist halbwegs gesichert. 10.150 Euro stammen aus Mitteln der Heimatfreunde (2.600 Euro), Spenden (4.700 Euro) und dem Bistumsanteil (rund 3.000 Euro). 

Abgeschlossen ist inzwischen die Neuerrichtung des Josef-Bildstocks in der Beunstraße. Hier wurden 125 Stunden unentgeltlich geleistet, auch von Nichtmitgliedern. Zu den Materialkosten wird ein Zuschuss des Kreises erwartet, so dass die Aktion für den Verein kostenneutral bleibt. Sorgen bereitet den Verantwortlichen das Kreuz am Burgberg. Mehrfach wurde es schon ein Opfer von Vandalismus. Bezogen wurde zwischenzeitlich der neue Archivraum im alten Bahnhof. Noch in diesem Jahr soll endlich die geplante Mühlenwanderung in Angriff genommen werden. (hjs)

Der neue Vorstand der Heimatfreunde Kempenich mit Oliver Schüler, Uwe Kruse, Anneliese Solluch, Eugen Bell und Ernst Lohmeier (von links).

Foto: Hans-Josef Schneider (k-hjsheim)

Quelle: Olbrück Rundschau, Nr. 22/2009

 

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Stand: 15.06.09 12:30:11